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mid Halifax - Aufgefrischt: Der neue California basiert auf dem just angelaufenen T6.1. VW Nutzfahrzeuge
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VW California 6.1: Update der Reise-Ikone

Seine Premiere feierte der neue California auf dem Düsseldorfer Caravansalon, nun konnte die Neuauflage des Fernweh-Bulli mitten im kanadischen Indian Summer beweisen, dass man auch eine Reise-Ikone noch verbessern kann.

Seine Premiere feierte der neue California auf dem Düsseldorfer Caravansalon, nun konnte die Neuauflage des Fernweh-Bulli mitten im kanadischen Indian Summer beweisen, dass man auch eine Reise-Ikone noch verbessern kann. Dabei herrschten in Nova Scotia durchaus erschwerte Bedingungen, die der bei 48.800 Euro startende Camper zu bewältigen hatte.

Rein technisch basiert der neue California auf dem just angelaufenen T6.1, er profitiert also gleichermaßen von der umfassenden Überarbeitung, besitzt die neue Front oder die elektromechanische Lenkung. Erweitert wurde jedoch auch die California-Familie selbst. Bisher hatte man es mit einer klassischen Trilogie zu tun, bestehend aus Beach, Coast und Ocean: Alle drei einte das Aufstelldach mit zwei Schlafplätzen im ersten Stock, die Küche war Coast und Ocean vorbehalten.

Das ändert sich nun, die Hannoveraner spielen Doppelkopf. Ab sofort gibt es den California "Beach Tour", dessen Preis in diesen Tagen kommuniziert wird, der als Doppellader mit zweiter Schiebetür und bis zu sieben Sitzplätzen punkten kann, sowie den "Beach Camper" mit seiner pfiffigen Miniküche. Sie lässt sich aus der linken Innenverkleidung ausfalten und bietet einen Einflamm-Kocher sowie eine hygienische Ablageschale. Auch den klassischen Tisch, der in der rechten Schiebetür mitreist, kann man hier noch einhängen, zwei kleine Ausklapphaken ersetzen im "Drinnen-Modus" zwei der störenden Alubeine, die fürs "Draußen" natürlich gebraucht werden. Denn eigentlich nutzten viele ihren Cali am liebsten dann, wenn man das "Draußen" auch genießen kann.

Beim "Drinnen" wiederum wurde bei Coast und Ocean vor allem am Design der voll ausgestatteten Küche gearbeitet, ohne die Architektur zu ändern. Wozu auch, der traditionelle Grundriss, der sich direkt vom T2-Camper der 1970er-Jahre ableiten lässt, reifte im Laufe der Zeit, wie es ein guter Wein tut. Seit einigen Jahren besteht der Korpus aus leichtem Alu-Sandwich, und auch an der 42 Liter messenden Kompressor-Kühlbox oder am Zweiflammkocher wurde nichts verändert.

Allerdings kommen künftig, der neue California ist bereits bestellbar, neue Alu-Griffleisten in den Türen der Küche und ebenfalls neue Tasten zum Öffnen der Küchenoberfläche zum Einsatz. Im Heckschrank wurden die Jalousien, die bei unsanfter Bedienung gerne entzwei gingen, durch deutlich stabilere Schiebetüren ersetzt, und auch das Design der Schränke wurde erneuert. Helles "Bright Oak" sowie das dunklere "Graphit Grey" sorgen für ein angenehmes Ambiente, die Sitzbezüge und -verkleidungen sind auf den Möbelkorpus abgestimmt. An diesem findet sich zudem, auch das ist neu, eine USB-Doppelsteckdose.

Für Schub sorgen zwei Liter messende Diesel in den Leistungsstufen 110, 150 und 199 PS. Die ohnedies nur in homöopathischen Dosen verkauften Benziner wurden gestrichen, womit sich der T allerdings auch aus China zurückzieht, dort mag man keine Dieselaggregate. Bis der T7, die für das kommende Frühjahr angekündigte elektrische Variante mit 112 Strom-PS oder eventuelle Hybridlösungen anrollen, ist China damit kein Thema mehr.

Die Motoren erfüllen durchweg die neueste Abgasnorm Euro 6d Temp-EAVP, einen Allradantrieb gibt es jedoch nur für die beiden stärkeren Maschinen, wobei es immer wieder erstaunt, wie geländegängig der große Hannoveraner ist, der als Camper bis zu 2.607 Kilo wiegt. Trotzdem findet er auch auf triefnassen Wiesen oder losem Untergrund ein Durchkommen. Wer gerne an abgelegenen Plätzen nächtigt, der hat mit 4Motion gute Chancen, dort hin-, aber auch wieder von dort wegzukommen.

Für die Zeit dazwischen schiebt der California Ocean sein Dach auf Knopfdruck in die Höhe, Coast und Beach setzen auf Muskelkraft. Oben schläft man nun nicht mehr auf einem Lattenrost, sondern auf Federtellern, und das sehr bequem. Auch ist der Zeltbalg, seit Einführung des T6 ist er aus feuchtigkeitsresistentem Kunststoffgewebe, dunkler eingefärbt, und damit weniger lichtdurchlässig: "Basalt Grey", "Strawberry Red" und "Glacier Blue" sind verfügbar.

Unten stehen zwei weitere Betten auf der Schlaf-Sitzbank bereit, die man für Lesestunden fortan schräg stellen kann. Neue Talente wurden auch der Zentralsteuerung beigegeben, mit der die Kühlstufe der Box ebenso im Blick behalten wird wie die Füllstände im Wasser- und Abwassersystem oder die Leistung der Standheizung. Allerdings wurde das Display nicht nur schicker, es bietet auch neue Funktionen wie die Niveauanzeige, die über den Längs- und Querwinkel informiert, so dass man den Camper optimal für die Nacht arrangieren kann. Eher charmant als lebensnotwendig ist hingegen die "Sonnenaufgang-Funktion", die freundliche Lichteffekte in die Weckfunktion integriert.

Eine Spielerei? Vielleicht - doch auf Reisen darf man auch spielen. Denn trotz modernster Zutaten ist der neue California weit davon entfernt, bieder oder gar erwachsen zu werden. Was für ein Glück! Der Verkauf startet im späten Herbst, in der Saison 2020 kann sie dann auch bei uns zeigen, was sie kann, die neue Ikone.

Heiko P. Wacker / mid

Technische Daten VW T6.1 California Beach:

- L / B / H: 4,90 / 1,90 / 1,99 m

- Motor: 2,0-l-Vierzylinder-TDI

- Leistung: 81 kW/110 PS bis 146 kW/199 PS

- max. Anhängelast: 2.500 kg

- Antrieb: Front oder Allrad

- Abgasnorm: Euro 6d-Temp EAVP

- Preis: ab 48.795,95 Euro

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