Sitzprobe: Polestar 5 - Hightech auf Schwedisch 

Klar, aufgeräumt und edel: Der Innenraum des Polestar 5 ist im besten Sinne skandinavisch. Damit es nicht zu nüchtern wird, hat der E-Autohersteller ein paar Akzente gesetzt. 

SP-X/Düsseldorf. Luxus muss man sich leisten wollen: Der schwedisch-chinesische E-Autohersteller Polestar tut das und präsentiert mit dem Polestar 5 ein neues Flaggschiff für die hart umkämpfte Limousinen-Oberklasse. Der coupéhaft geschnittene Fünftürer will bei Leistung, Reichweite und Fahrdynamik in der höchsten Liga mithalten können. Bei der Händlerpremiere in Düsseldorf war nun ein genauer Blick in den Innenraum möglich. 

Der Polestar 5 soll ein Image-Booster für die Marke werden, Verkaufszahlen sind zunächst einmal zweitrangig. Auch, weil der Markt für Prestige-Limousinen in Europa so überschaubar wie abgesteckt ist – Audi, BMW und Mercedes dominieren nicht nur in Deutschland die Vorstands-Parkplätze und Unternehmer-Garagen. Volvos Schwestermarke im chinesischen Geely-Konzern will sich aber im automobilen Oberhaus eine Nische schaffen – vor allem mit der Betonung von E-Antrieb und Nachhaltigkeit. Aber auch mit eigenständigem, skandinavischem Design. 

Das neue Flaggschifft steht auf einer eigens entwickelten Aluminium-Plattform, streckt sich auf gut fünf Meter Länge und fällt mit 1,42 Metern Höhe vergleichsweise flach aus – obwohl im Unterboden noch die mit 112 kWh Kapazität sehr große 800-Volt-Batterie untergebracht werden muss. Beim Halten der flachen Linie helfen auch die rahmenlosen Türen, die eine etwas tiefer verlaufende Dachkante erlauben. 

Damit die dynamische Linienführung der Karosserie das Raumgefühl im inneren nicht beeinträchtigt, hat sich Polestar zahlreiche kleine Kniffe einfallen lassen. So sorgt ein serienmäßiges Riesen-Glasdach nicht nur für ein paar Millimeter mehr Kopffreiheit, sondern auch für luftige Helligkeit. Dass es keine klassische Heckscheibe gibt und der Blick zurück per Kamerabild auf dem Innenspiegel erfolgt, fällt so innen gar nicht weiter auf. 

Im Fond-Fußraum findet sich zudem eine sogenannte „Foot Garage“, eine muldenförmige Aussparung im Boden, die eine tiefere Positionierung der Sitze erlaubt. Trotzdem: Viel größer als 1,80 Meter sollte man im Fond nicht sein, will man Kontakt zur niedrig hängenden Glasdecke vermeiden. Neben zwei Einzelsitzen (Sportmobiliar von Recaro) gibt es in Reihe zwei noch eine Art Mittel-Notsitz, der frei wird, wenn man die breite Armlehne mit ihrem Bedien-Touchpad nach oben klappt. Richtig bequem dürfte der Mittelplatz auf Langstrecken nicht sein, für die gelegentliche Mitnahme eines fünften Insassen reicht er aber allemal 

Keine Kompromisse beim Platzangebot muss man auf den beiden vorderen Recaro-Sesseln eingehen. Die Sitzposition wirkt leicht sportlich, aufgrund der dicken Batterie-Bodenplatte sitzt man in Wahrheit aber nicht allzu tief über der Straße – so ist auch das Ein- und Aussteigen kein Problem. Zentrales Bedien- und Gestaltungselement ist ein großer, vertikal ausgerichteter Bildschirm in der Mittelkonsole, auf dem die bekannte Google-Infotainment-Software läuft. Physische Schalter und Knöpfe spart sich Polestar weitgehend, lediglich auf dem Multifunktionslenkrad gibt es noch ein paar haptische Bedienelemente. Zusätzlich findet sich auf der Mittelarmlehne noch ein Dreh-Drückschalter, über den unter anderem die Lautstärke geregelt wird.

Insgesamt wirkt der Innenraum sehr clean und klar, im besten Sinne skandinavisch-nüchtern. Zumindest in der ausgestellten Top-Ausstattungslinie dominierten Grautöne und natürliche Oberflächen, kombiniert mit ein wenig von dem heutzutage unvermeidlichen Klavierlack-Kunststoff. Für farbliche Auflockerung sorgten diverse kleine Zierelemente in Orange sowie gelbe Anschnallgurte. Materialauswahl und Haptik liegen auf hohem Niveau, und auch die Verarbeitung überzeugt. 

Da fällt es schon fast unangenehm auf, wenn der doppelte Ladeboden im Kofferraum etwas hakelig in seiner – eigentlich sehr cleveren – Klappmechanik hängt. Oberhalb von ihm stehen 365 Liter zur Verfügung (1.128 Liter bei umgeklappter Rückbank), dazu kommen 62 Liter in dem Frunk unter der Fronthaube. Das reicht für ein klassischen Kabinengepäck-Trolley oder das Ladekabel. Eingestöpselt wird dieses übrigens vorne links an der Fahrzeugseite, was beim AC-Stromtanken am Straßenrand störend sein kann. 

Preislich startet der Polestar 5 bei 118.600 Euro für die Dualmotor-Variante mit 550 kW/748 PS und 678 Kilometern Reichweite. Das 650 kW/884 PS starke „Performance“-Modell gibt es zum Start in einer „Launch Edition“ für 141.600 Euro. Zu den wichtigsten Wettbewerbern zählen Porsche Taycan, Audi E-Tron GT und Xpeng P7. Die Auslieferung startet Anfang 2026. 

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