Sonst noch was - Wir kümmern uns 

Der Verbrenner muss nicht sterben, jedenfalls nicht so einfach, wie sich das die EU vorgestellt hatte. Und auch anderswo wird geändert.  

SP-X/Köln. Die Bundesregierung sorgt sich um die Automobilindustrie. Das ist löblich. Und dann sitzen der Maggus und der Fritze in der Bundespressekonferenz und erzählen, dass sie sich nun darauf verständigt hätten, das sogenannte Verbrennerverbot zu ändern. Genau genommen der EU vorzuschlagen, es zu ändern. Neben den bisher schon festgelegten Ausnahmen sollen auch hocheffiziente Verbrenner mit Hybridunterstützung weiter zugelassen werden. Dabei wirkt zumindest der Bundeskanzler so, als wüsste er nicht ganz genau, um was es da geht, jedenfalls muss er doch ziemlich stockend ablesen, während Söder wie immer ganz charmant daherpalavert und Ahnung suggeriert.  

Wir sind nun gespannt, wie das denn mit den hocheffizienten Verbrennern so gemeint ist, denn bislang dachten wir, unsere Verbrenner wären schon effizient. Zuletzt wurden hier und da noch ein paar Prozentchen Effizienz hinter dem Komma gefunden, aber ohne jede Menge Elektrifizierung war von Effizienzgewinnen eigentlich nichts zu merken in den vergangenen Jahren, was sich nebenbei auch an den tatsächlichen Durchschnittsverbräuchen in der Praxis ablesen lässt. Wie war das noch mit dem Drei-Liter-Auto, also Verbrauch – nicht Hubraum? Und E-Fuels oder HVO-Diesel will uns doch sicher niemand als Effizienzgewinn verkaufen. 

Wenn es in den vergangenen Jahren massiven Fortschritt gab, dann doch bei den ohnehin schon maximal effizienten E-Motoren und vor allem den dazugehörigen Batterien. Und da wir diesbezüglich erst relativ am Anfang der Entwicklung stehen, steckt da sicher mehr Potenzial drin als im ollen Vielzylinder. Wer eigentlich die hocheffizienten Benziner in zehn Jahren kaufen soll, so weltweit gesehen, ist uns auch nicht ganz klar. China wird es sicher freuen, wenn sich die deutsche Autoindustrie wieder mehr dem Verbrenner widmet.  

Aber wir wollen nicht zu viel meckern, anderswo ist es um die Problemlösungskompetenz weniger gut bestellt. Die amerikanische Regierung oder das, was die da drüben dafür halten, kümmert sich auch, aber mit einem ganz anderen Ansatz. Senator Ted Cruz findet, die Amerikaner seien sehr bedacht auf günstige Autos und will im Verkehrsausschuss dafür sorgen, dass Cars und Trucks billiger werden. Der Durchschnittspreis sei seit Corona von 38.000 auf 50.000 Dollar gestiegen.  

Statt Zölle und dergleichen hat er eine andere Ursache für teure Autos entdeckt: die Sicherheitsfeatures in neuen Fahrzeugen. Gurte und Airbags müssen reichen. Mit denen gab es den größten Fortschritt, finden auch seine Parteifreunde. Beispielsweise seien die Sensoren, die alarmieren, wenn hinten ein Kind im Auto vergessen wird für verantwortungsvolle Eltern völlig unnötig. Und bestimmt sauteuer. So ein Sensor, der kostet wahrscheinlich an die 80 Cent, oder so.  

Freunde der Statistik, auch die gibt es in den USA und viele davon sitzen in Versicherungskonzernen, die für Unfallfolgen zahlen, kontern mit Zahlen. Die rund 340 Millionen Amerikaner leisten sich rund 40.000 Verkehrstote im Jahr. Da wäre hilfreiche Technik nicht unsinnig. Andererseits sterben ähnlich viele Amis durch Schusswaffen und das ist dort bekanntlich auch kein Problem, dem man sich ernsthaft annehmen müsste.  

Ganz anders bei uns, wo in der Regierung ja auch tatsächlich Sinnvolles geprüft wird. Zusammen mit dem ADAC hat das Bundesamt für Strahlenschutz zum Beispiel untersucht, wie es denn mit der Belastung durch Elektrosmog in E-Autos so ist. Schließlich sitzen die Insassen auf ziemlich dicken Batterien. Ergebnis: Nicht der Rede wert. Im Vergleich gab es nicht mal ernsthafte Unterschiede zwischen E-Autos und herkömmlichen Verbrennern. An der Stelle bleibt also alles beim Alten und das ist auch ausnahmsweise gut so. Sonst noch was? Nächste Woche wieder.  

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