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mid Groß-Gerau - Viele Fußgängerbereiche sind durch das Zusatzschild "Radfahrer frei" freigegeben. Dekra

Darauf müssen Radfahrer achten

In der Corona-Krise setzen viele Menschen wieder vermehrt aufs Fahrrad. Einige haben es ganz neu für sich entdeckt. Umso wichtiger, dass Radfahrer wissen, welche Regeln gelten. Die Unfallexperten von DEKRA gehen auf die wichtigsten Punkte rund ums Radfahren ein und sagen, worauf Sie achten müssen.


In der Corona-Krise setzen viele Menschen wieder vermehrt aufs Fahrrad. Einige haben es ganz neu für sich entdeckt. Umso wichtiger, dass Radfahrer wissen, welche Regeln gelten. Die Unfallexperten von Dekra gehen auf die wichtigsten Punkte rund ums Radfahren ein und sagen, worauf Sie achten müssen.

Dürfen Radfahrer auf dem Gehweg fahren? Laut Straßenverkehrsordnung gehören Fahrräder als Fahrzeuge auf die Straße. Es gibt aber Ausnahmen: Kinder bis acht Jahre müssen auf dem Gehweg fahren, für Kinder bis zehn Jahre ist es erlaubt. Auch eine Aufsichtsperson darf den Gehweg mit benutzen. Bei Verstößen droht ein Bußgeld.

Was gilt in der Fußgängerzone? Vom Grundsatz her gilt in Fußgängerzonen das Gleiche wie auf dem Gehweg. Viele Fußgängerbereiche sind jedoch durch das Zusatzschild "Radfahrer frei" freigegeben.

Müssen Radfahrer den Radweg benutzen? Radfahrer müssen einen Radweg immer dann nutzen, wenn er mit dem runden Radweg-Zeichen gekennzeichnet ist; es zeigt ein weißes Fahrrad auf blauem Grund. Fehlt es, kann der Radfahrer zwischen Fahrbahn und Radweg wählen.

Gelten Tempolimits auch für Radfahrer? Nicht nur Kraftfahrer können Bußgelder und Punkte wegen überhöhter Geschwindigkeit kassieren, sondern auch Radfahrer. Für sie gelten die ausgeschilderten Tempolimits ebenso, zum Beispiel Schrittgeschwindigkeit in verkehrsberuhigten Bereichen.

Dürfen Radfahrer nebeneinander fahren? Seit April 2020 ist die neue Fassung der Straßenverkehrsordnung in Kraft. Sie erlaubt grundsätzlich, dass zwei Radler nebeneinander fahren. Voraussetzung ist, dass andere Verkehrsteilnehmer nicht behindert werden.

Ist Telefonieren auf dem Fahrrad erlaubt? Für das Telefonieren gelten für Radfahrer die gleichen Regeln wie für Autofahrer: Das Handy am Ohr während der Fahrt ist tabu. Bei Verstößen werden 55 Euro Bußgeld fällig, beim Autofahren sind es 100 Euro und ein Punkt.

Darf man auf dem Fahrrad Musik hören? Grundsätzlich untersagt ist es trotz der Gefahren nicht völlig, die Musik darf aber nicht so laut sein, dass der Radler die Geräusche seiner Umgebung nicht mitbekommt.

Auch wenn's erlaubt ist: Fahr nie rechts vorbei: Auch wenn es schnell gehen soll - schlängeln Sie sich an Lkw und großen Nutzfahrzeugen, die vor einer Ampel halten, nie mit dem Fahrrad rechts vorbei und warten Sie nicht rechts von diesen Fahrzeugen. Beim Losfahren ist die Gefahr groß, von einem rechtsabbiegenden Lkw übersehen und erfasst zu werden. Bei solchen Unfällen sterben in Deutschland jedes Jahr 30 bis 40 Radfahrer.

Darf man alkoholisiert aufs Fahrrad steigen? Radfahren und Alkohol vertragen sich nicht. Mit einer Alkoholfahrt können Radler sogar ihren Autoführerschein in Gefahr bringen. Schon ab 0,3 Promille Alkohol im Blut droht bei auffälliger Fahrweise oder Unfall eine Strafanzeige.

Von 1,6 Promille an gilt ein Radfahrer als absolut fahruntüchtig (Autofahrer: 1,1 Promille) und muss mit drastischen Konsequenzen rechnen: Strafbefehl, drei Punkte im Fahreignungsregister, Bußgeld in Höhe eines Monatsgehalts sowie Anordnung einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU).

Neue Regeln für Autofahrer: Kraftfahrzeuge müssen beim Überholen von Radfahrern innerorts mindestens 1,50 Meter und außerorts zwei Meter seitlichen Abstand einhalten. Kraftfahrzeuge über 3,5 Tonnen dürfen beim Rechtsabbiegen innerorts nur Schrittgeschwindigkeit fahren, um Rechtsabbiegerunfälle zu vermeiden. Auf Straßen mit Radweg wurde das Parkverbot vor Einmündungen und Kreuzungen auf acht Meter ausgeweitet.

Was gilt auf Schutzstreifen und Radfahrstreifen? Auf Schutzstreifen für den Radverkehr, zu erkennen an einer gestrichelten weißen Linie, besteht seit Ende April 2020 ein generelles Halteverbot.

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