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mid München - Das knuffige Gesicht hat sich der Mini Countryman auch in zweiter Generation bewahrt. Ralf Schütze / mid
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Mini Cooper D Countryman: Mini-SUV streckt sich ganz weit

Er ist nicht nur der bislang größte Mini, sondern kratzt mit 4,29 Meter Länge auch knapp an der Obergrenze der immer beliebter werdenden Mini-SUV. Ist das noch ein Mini? Von den Dimensionen her vielleicht nein, aber von der Optik her eindeutig ja. Denn auch die zweite Generation des etwas höhergelegten Kleinwagens gibt sich außen und innen knuddelig und stylisch wie sein Vorgänger. Kann das große kleine Lifestyle-SUV auf ganzer Länge punkten?

Er ist nicht nur der bislang größte Mini, sondern kratzt mit 4,29 Meter Länge auch knapp an der Obergrenze der immer beliebter werdenden Mini-SUV. Ist das noch ein Mini? Von den Dimensionen her vielleicht nein, aber von der Optik her eindeutig ja. Denn auch die zweite Generation des etwas höhergelegten Kleinwagens gibt sich außen und innen knuddelig und stylisch wie sein Vorgänger. Kann das große kleine Lifestyle-SUV auf ganzer Länge punkten?

Um satte 20 Zentimeter hat sich Minis Crossover namens "Countryman" von der ersten zur zweiten Generation in die Länge gestreckt. Der Erfolg des Vorgängers, der sich seit 2010 rund eine halbe Millionen Mal verkauft hat, macht der Marke offenbar zusätzlich Mut. So symbolisiert der neue Countryman die schleichende Abkehr Minis von den eigenen klassischen Tugenden hin zu mehr Platz und Komfort. Markensprecher Markus Sagemann stellt allerdings klar: "Damit ist das Limit für uns in Sachen Länge erreicht." Der neue Countryman ist also möglicherweise das Maximale, was man je als Mini auf unseren Straßen erleben wird. Hält dabei die Qualität mit? Wir meinen im Großen und Ganzen: Ja.

Mehr Platz führt vor allem auf der Rücksitzbank zu jeder Menge Komfort: Denn sie ist nicht nur in Längsrichtung um bis zu 13 Zentimeter verschiebbar, sondern auch in der Lehnenneigung verstellbar. Dadurch kann sich jeder Hinterbänkler optimal einrichten, und das bei reichlich Kopf-, Bein- und Schulterfreiheit. Alternativ lässt sich das City-SUV bei Bedarf auf maximalen Gepäckraum umstellen. Stattliche 450 bis maximal 1.390 Liter lassen sich hier verstauen. Der Platz für Passagiere profitiert wesentlich davon, dass beim neuen Countryman der Radstand zwischen Vorder- und Hinterachse von 2,60 auf 2,67 Meter gewachsen ist. Die Rundumsicht beim Mini Countryman liefert keinen Grund zur Klage - mit Ausnahme relativ breiter B-Säulen, was aber nur große, weit hinten sitzende Fahrer bemerken.

Trotz seines Größenwachstums: Der Mini lässt sich komfortabel durch den Stadtverkehr steuern und bietet auf Landstraße und Autobahn dennoch Langstreckenkomfort und stabilen Geradeauslauf bei hohem Tempo. Nur das markentypische "Gokart-Feeling", das die Marketingstrategen gerne auch heute noch strapazieren, will nicht mehr so recht aufkommen. Handlich ja, aber extrem agil ist der größte Mini aller Zeiten nicht mehr. Die elektrisch unterstützte Lenkung arbeitet präzise und liefert ausreichend Rückmeldung.

Der Innenraum ist im Vergleich zum Vorgänger wertiger geworden, der Anteil an Hartplastik ist nun verschwindend gering. Das mittig platzierte Zentralinstrument samt Touchscreen ist von einem LED-Ring umgeben, dessen Farbe sich anpassen lässt. Mit solchen Gimmicks wie auch den Kippschaltern in der Mittelkonsole hat sich der jüngste Countryman den markentypischen Charme bewahrt, der Mini seit jeher ausmacht - von diversen "Union Jack"-Symbolen (je nach Ausstattung) bis hin zur ausziehbaren Picknick-Decke im Kofferraumboden, die die Ladekante in eine bequeme Sitzgelegenheit verwandelt. SUV-typisch mangelt's nicht an allen möglichen Ablagen. Der Countryman setzt sich sogar mit Flaschenhaltern in den Türverkleidungen in Szene, die auf Wunsch ein 1,5-Liter-Gefäß beherbergen.

Größenwachstum und mehr Ausstattung haben ihren Preis: Je nach Modellvariante schlägt der neue Mini Countryman mit gut 3.000 Euro mehr als bisher zu Buche. Die beiden empfehlenswerten Versionen kosten 26.500 Euro (Countryman Cooper Benziner mit 100 kW/136 PS) bzw. 29.500 Euro (der getestete Countryman Cooper D mit 110 kW/150 PS). Dessen Praxisverbrauch (Norm: 4,3 Liter auf 100 Kilometer) landet auf Autobahn-Langstrecke mit konstant 130 km/h bei 5,8 Liter, was absolut vertretbar ist.

Zwei Benziner und zwei Diesel kann man bei Bedarf auch mit Allradantrieb "All4" ordern, was 2.000 Euro extra kostet. Und eine Hybridversion steht noch bevor: Der erste in Serie gebaute elektrifizierte Mini wird dank 136 PS-Benziner vorne und E-Motor hinten auf 224 PS Systemleistung kommen und soll einen Normverbrauch von nur 2,1 Liter auf 100 Kilometer haben. Egal, welcher Antrieb: Das in die Länge geschossene City-SUV Mini Countryman ist in zweiter Generation deutlich erwachsener geworden und hat jetzt neben den klassentypischen praktischen Vorteilen mehr Lifestyle denn je zu bieten.

Ralf Schütze / mid

Technische Daten Mini Cooper D Countryman:
Fünfsitziges City-SUV, Länge/Breite(ohne Spiegel)/Höhe/Radstand in Meter: 4,30/1,82/1,55/2,67, Leergewicht: 1.405 kg, zul. Gesamtgewicht: 2.000 kg, max. Zuladung: 595 kg, Kofferraumvolumen: 450 bis 1.390 l, Tankinhalt: 51 l, Preis: 29.500 Euro.
Motor: Reihen-Vierzylinder-Turbodiesel, Hubraum: 1.995 ccm, Leistung: 110 kW/150 PS bei 4.000/min, max. Drehmoment: 330 Nm bei 1.750-2.500/min, Beschleunigung 0 bis 100 km/h: 8,9 s, Höchstgeschwindigkeit: 208 km/h, Normverbrauch: 4,3 l/100 km, CO2-Ausstoß: 113 g/km, Sechsgang-Handschaltung, Frontantrieb.

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