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Dank der Platinanteile im Katalysator erfreuen sich diese Bauteile bei Autodieben zunehmender Beliebtheit Foto: Mercedes-Benz

Neuer Trend unter Autodieben - Kat-Klau in Deutschland nimmt zu

Während der Diebstahl von Autoradios als aussterbendes Verbrechen gilt, avanciert ein anderes Pkw-Bauteil zu Langfingers Liebling: der Katalysator beziehungsweise das in ihm lagernde Platin.

Auch wenn sie absolut als eher unspektakulär erscheinen mögen, zeigen jetzt veröffentlichte Zahlen des ADAC einen doch beunruhigenden Trend: Die Zahl der Katalysator-Diebstähle in Deutschland nimmt rasant zu. Demnach hat der Automobilclub anhand aktueller Auswertungen seiner Straßenwacht allein in den ersten neun Monaten des Jahres 240 Kat-Klaus gezählt. 2017 waren es noch 38 Fälle, vergangenes Jahr 169. Wobei die Dunkelziffer deutlich höher liegen dürfte.

Betroffen sind vornehmlich ältere Fahrzeuge wie Opel Astra oder VW Polo. Als Grund für das wachsende Interesse der Diebe wird der stark gestiegene Preis für das Edelmetall Platin genannt. Vor allem von Seiten der Autoindustrie ist die Nachfrage nach diesem Rohstoff gestiegen, weil immer strengere Abgasvorschriften auch nach besserer Abgasreinigung mit Hilfe des hochreaktiven Metalls verlangen. Wird ein alter Kat recycelt, kann das dabei gewonnene Platin wieder an die Autohersteller verkauft werden.

Betroffenen eines Kat-Klaus bleibt meist keine andere Wahl als für Ersatz zu sorgen. Inklusive Einbau kann das 500 bis 1.000 Euro kosten. Fahren ohne Kat hat mehrere Nachteile: Abgas- und Lärmemissionen steigen, außerdem wirkt sich das Fehlen negativ auf Laufkultur und Leistungsabgabe des Motors aus. Schließlich kann man sich sogar der Steuerhinterziehung strafbar machen.

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