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mid Istanbul - Die Formel 1 Rennserie wird auf fünf Kontinenten ausgetragen. Zum Formel 1 Ökosystem gehören 40 Marken, die in den Fortune 500 und 11 Marken, die in den Forbes Top 100 rangieren. Okan Altan
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Formel 1 am Bosporus

Die Einladung zum Großen Preis der Türkei in der Formel 1 Saison 2021 in Istanbul kommt direkt vom türkischen Tourismus- und Kulturministerium, diesem unterstellt ist die Türkische Tourismusagentur (TGA). Ein ausgewählter Kreis von Motorjournalisten aus der ganzen Welt wird von den Türken eingeflogen. Inklusive dem Motor-Informations-Dienst (mid).


Die Einladung zum Großen Preis der Türkei in der Formel 1 Saison 2021 in Istanbul kommt direkt vom türkischen Tourismus- und Kulturministerium, diesem unterstellt ist die Türkische Tourismusagentur (TGA). Ein ausgewählter Kreis von Motorjournalisten aus der ganzen Welt wird von den Türken eingeflogen. Inklusive dem Motor-Informations-Dienst (mid).

Die Formel 1 Rennserie wird auf fünf Kontinenten ausgetragen. Zum Formel 1 Ökosystem gehören 40 Marken, die in den Fortune 500 und 11 Marken, die in den Forbes Top 100 rangieren. Bis zu 1,9 Milliarden Fernsehzuschauer in 200 Ländern schauen die Formel 1 Rennserie. Insgesamt treten 10 Teams in den Rennen an.

Rund 100.000 Motorsport-Freaks und Fans sind zum Istanbul Park Circuit angereist. Weltweit verfolgen 500 Millionen Menschen das Spektakel. Die Rennstrecke sollte zuerst Istanbul Otodrom Circuit heißen, wurde aber kurz vor der Eröffnung umbenannt und befindet sich im asiatischen Teil Istanbuls im Stadtteil Tuzla. Die Strecke ist eine von drei Rennstrecken in dieser Formel 1 Weltmeisterschaft, welche gegen den Uhrzeigersinn gefahren wird. Der Entwurf wurde von einem Aachener Ingenieurbüro - Hermann Tilke - ausgearbeitet. Die Kosten beliefen sich auf rund 100 Millionen US-Dollar.

Präsident Recep Tayyip Erdogan musste ganz kurzfristig seinen Besuch beim Istanbul Park Circuit kenzeln. Noch am Vormittag sind Hunderte Polizisten und Sicherheitskräfte für den bevorstehenden Staatsbesuch vor Ort. Die Kontrollen sind sehr streng, ohne aktuellen Corona-PCR-Test kommt niemand auf das Gelände. Es wird Abstand gehalten, Masken sind Pflicht für alle, rund um die Uhr wird alles desinfiziert. Das ist vorbildlich und wird nicht einmal in Deutschland so penibel praktiziert.

Es regnet das ganze Wochenende in Strömen. Okan Altan, der in Istanbul lebt, erzählt, dass es hier um diese Jahreszeit im Oktober normalerweise nie regnet, immer nur dann, wenn Formel 1 Rennen stattfinden. Die Piloten fegen über die 5.338 Meter lange Strecke unter widrigen Wetterbedingungen. Und das Publikum bekommt ordentlich etwas geboten. Alle starten auf Intermediates Rennreifen. Sebastian Vettel wechselt die Reifen zu früh auf Medium Rennreifen, doch nach exakt einer Runde wechselt er wieder auf Intermediates zurück. Das war es dann leider für ihn mit dem Titel, die verlorene Zeit ist nicht mehr aufzuholen. Sehr bedauerlich, denn das Aston Martin F1 Team, unter dessen Flagge er fährt, hat mit Abstand die schönsten Sportwagen im Rennen.

Am Ende gelingt dem Mercedes-Piloten Valtteri Bottas sein erster Saisonsieg in Istanbul. Die beiden Red Bull Piloten Max Verstappen und Sergio Perez sichern sich die Plätze zwei und drei. Die beiden Red Bull Rennwagen wurden extra für den Einsatz in Istanbul weiß-rot umlackiert. Der Grund ist der durch die Corona-Pandemie ausgefallene Große Preis in Japan. Der Motorenlieferant Honda soll gewürdigt werden. Nach dieser Saison ziehen sich die Japaner aus der Formel 1 zurück.

Damit ein guter Eindruck von der Stadt am Bosporus bleibt, hat das türkische Tourismus- und Kulturministerium eine eintägige Sightseeing-Tour organisiert. Diese hat sich wirklich gelohnt und Lust auf mehr Türkei gemacht. Wer noch nie in Istanbul war und vielleicht denkt, Oje - das ist da gefährlich - der täuscht sich gewaltig. Istanbul ist weltoffen und extrem westlich orientiert. Hier trifft die Historie auf die Moderne. Blitzsauber die Stadt, freundlich die Bewohner, Multi-Kulti und viel Kultur gibt es zu bestaunen. Das Nachtleben geht locker bis morgens um drei Uhr, diese Stadt schläft nicht. Die Türken sind sehr fleißig.

Zuerst geht es zum Rahmi M. Koc Museum. Das ist ein privates Industriemuseum, das sich der Geschichte von Verkehr, Industrie und Kommunikation widmet. 1991 gründete Koc das Museum, er ist Mitglied der reichsten Dynastie in der Türkei und mittlerweile im Ruhestand. Zu bestaunen gibt es hier unter anderem seltene Classic Cars, Motorräder, Fahrräder, Eisenbahnwaggons, Kleinflugzeuge und Marine. Hunderte Jahre Geschichte unter einem Dach vereint. Toll. Ein Tag ist viel zu kurz, um sich alles anzusehen.

Es geht weiter zur historischen Halbinsel. Hier steht ein Gebäude aus dem 6. Jahrhundert, die Hagia Sophia. Mit einer riesigen Kuppel und bunten Marmorsäulen nicht zu übersehen. Es wurde an der Stelle der byzantinischen Akropolis von Kaiser Justinian (532-537 n. Chr.) erbaut. Dieses malerische Gebäude dominiert die Skyline von Istanbul und wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrmals erweitert und restauriert.

Das Denkmal präsentiert exquisite byzantinische Mosaike und schöne Beispiele einzigartiger osmanischer Kalligraphie. Die Hagia Sophia wurde 1985 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Als einer der ältesten heiligen Schreine der Welt dient das ehrfurchtgebietende Gebäude heute als Moschee der gemeinsamen Kultur der Menschheit.

Jutta Bernhard / mid

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