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mid Groß-Gerau - Der Suzuki SX4 S-Cross in der Topausstattung Comfort+ ist äußerlich an der Privacy-Verglasung und 17-Zoll-Alufelgen zu erkennen. Die Karosserie verzichtet weitgehend auf modische Falten. Suzuki
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Suzuki SX4 S-Cross: Die Allrad-Alternative

Das Erfolgs-Rezept des Autobauers Suzuki basiert auf simplen Grundzutaten: kleine, verbrauchsarme Motoren, Verzicht auf unnötigen Schnickschnack im Inneren, dafür Allrad und viel Ausstattung zu einem fairen Preis. Der Motor-Informations-Dienst (mid) hat den SX4 S-Cross in der Topversion mit Allradantrieb und Automatikgetriebe ausprobiert.


Das Erfolgs-Rezept des Autobauers Suzuki basiert auf simplen Grundzutaten: kleine, verbrauchsarme Motoren, Verzicht auf unnötigen Schnickschnack im Inneren, dafür Allrad und viel Ausstattung zu einem fairen Preis. Der Motor-Informations-Dienst (mid) hat den SX4 S-Cross in der Topversion mit Allradantrieb und Automatikgetriebe ausprobiert.

Ganz taufrisch ist der Suzuki-Crossover nicht mehr: Seine Premiere hatte er schon 2013. Getreu dem Motto "Ein bisschen Sub-Kompakter und ein bisschen Gelände" ist das in Ungarn produzierte Multitalent eine Alternative für all diejenigen, denen ein ausgewachsenes SUV für den alltäglichen Gebrauch im Alltag zu teuer, zu unübersichtlich oder schlicht zu groß ist.

Mit dem Facelift im Jahr 2018 schmückten die Japaner den SX4-Cross mit mehr Chrom am Grill und verpassten ihm zeitgemäße LED-Scheinwerfer und ein neues Sechsgang-Schaltgetriebe. Beim Antrieb blieb es bei der in der Crossover-Klasse nicht mehr oft verfügbaren Auswahl zwischen Front- und Allradantrieb. Wobei Suzuki mit einer vierzigjährigen Allradkompetenz allein schon in Deutschland zeigt, dass 4x4-Antrieb für vergleichsweise kleines Geld durchaus Zuspruch findet.

Optisch ist der 4,30 Meter lange Crossover heutzutage eine eher unauffällige Erscheinung. Die stark konturierten, nicht selten unübersichtlichen Formen trendiger Crossover sind ihm fremd. Manch ein Kunde wird genau das zu schätzen wissen. Der präsente Kühlergrill mit seinen senkrechten Streben und der angedeutete Unterfahrschutz, der vor ungewollten Kratzern schützen soll, assoziieren ebenso wie die erhöhte Bodenfreiheit Kompetenz im Gelände. Man sitzt erhöht mit einem guten Überblick auf das Geschehen vor der Motorhaube. 2,60 Meter Radstand bieten bis zu fünf Personen genug Platz für Beine und Köpfe - auch hinten, trotz oder vielleicht gerade wegen der nur sanft abfallenden Dachlinie, die den coupehaften Part zum Crossover nur aufblitzen lässt.

Im Inneren zeigt sich typische Suzuki-Atmosphäre: Plastik, aber nicht die preiswerteste Sorte, ein akzeptables, aber nicht überdimensioniertes Infotainment mit intuitivem Touchscreen und den nötigsten Funktionen sowie Integrationsmöglichkeiten für das eigene Smartphone. Inzwischen gängige Helfer wie zum Beispiel Spurhalte- oder Totwinkelassistent fehlen beim Suzuki. Immerhin sind 7 Airbags (inklusive Knieairbag für den Fahrer), radargestützter Notbremsassistent, Berganfahrhilfe, Einparkhilfe hinten und vorne und eine Rückfahrkamera an Bord. Weitere praktische Aspekte: Für Krimskrams bietet der kleine Japaner reichlich Platz in zweckmäßig ausgeführten Ablagen, die Rücksitzlehne ist neigungsverstellbar.

Auf das Gepäck wartet hinter einer problemlos zu überwindenden Ladekante Platz von mindestens 430 Litern, bei Bedarf lassen sich daraus respektable 1.269 Liter zaubern. Die maximale Anhängelast des nur 1.340 Kilogramm schweren Allradlers liegt bei 1.500 Kilogramm. Unter der Haube des Suzuki SX4 S-Cross arbeitet ausschließlich ein 1,4 Liter-Turbo-Benziner mit 129 PS, der serienmäßig mit einem 48-Mild-Hybrid System kombiniert ist. Die elektrische Unterstützung sorgt für mehr Schwung bei der Beschleunigung und soll den Verbrauch um bis zu 21 Prozent senken. Immerhin bleibt bei der motorischen Monokultur noch die Wahl zwischen Front - oder Allradantrieb. Als Alternative zum Sechsgangschaltgetriebe gibt es beim Topmodell Comfort+ optional eine Sechsstufen-Automatik, die den insgesamt angenehmen Fahrkomfort weiter erhöht, allerdings auch heftige 2.500 Euro Aufpreis kostet.

Der Turbo-Vierzylinder weiß trotz seiner nominal geringen Leistung im Alltag durchaus zu überzeugen. Mit seinen 129 PS und einem maximalen Drehmoment von 235 Newtonmetern geht es recht spritzig zur Sache. Der integrierte Startergenerator unterstützt den Benziner mit bis zu zehn kW tatkräftig nicht nur beim Anfahren, sondern auch beim Beschleunigen. Agil durcheilt er Kurven und wartet eifrig auf jeden Gasbefehl, den er dank der "Torque Fill"-Funktion, die bei niedriger Drehzahl zusätzliches Drehmoment bereitstellt, schnell in eine Menge Fahrspaß umsetzt. "Torque-Boost" nennt Suzuki die Funktion, die so lange unterstützt, bis der Turbolader bei etwa 2.000 Umdrehungen anspricht und so für eine gleichmäßigere Beschleunigung sorgt. Bei vernunftbetonter Fahrweise genehmigte sich der Testwagen mit Automatik-Getriebe in einem gängigen Mix von Stadt, Landstraße und Autobahn im Schnitt rund sechseinhalb Liter und traf damit ziemlich exakt die vom Hersteller angegebenen 6,3 Liter.

Den Suzuki SX4 Hybrid S-Cross Comfort+ gibt es ab 31.090 Euro. Mit an Bord sind beim Topmodell unter anderem ein adaptiver Tempomat, das elektrisch betätigte Panorama-Glasschiebedach, anthrazitfarbene Ledersitze mit Sitzheizung vorne, Privacy-Glas sowie das schlüssellose Keyless Start-Zugangssystem. Für Unterhaltung sorgen das Audiosystem mit sieben Lautsprechern, DAB+ Empfang sowie die Smartphone-Anbindung per Apple CarPlay und Android Auto.

Christoph Reifenrath / mid

Technische Daten Suzuki SX4 S-Cross 1,4 Comfort+ Allgrip Hybrid:

- Länge / Breite / Höhe: 4,30 / 1,78 / 1,58 Meter

- Motor: Vierzylinder Turbo Benziner, 48 Volt Hybrid-System

- Hubraum: 1.373 ccm

- max. Leistung: 95 kW/129 PS bei 5.500 U/min

- maximales Drehmoment: 235 Nm bei 2.00 - 3.000 U/min

- Spitze: 190 km/h

- Normverbrauch (NEFZ): 5,9 l/100 km (Automatik: 6,3 l/100 km)

- CO2-Emission: 133 g/km (Automatik: 142 g/km)

- Preis: ab 31.090 Euro (33.590 Euro mit Sechsstufen-Automatik)

Alternativen: Ford Kuga, Dacia Duster, Honda HR-V, Hyundai Tucson, Jeep Renegade

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