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mid Groß-Gerau - Die Folgen der Corona-Krise sind für die Autobranche noch nicht absehbar. Daimler

Studie: So massiv leidet die Autobranche

Die Autoindustrie befindet sich auf einer rasanten Talfahrt. Die Folgen der Corona-Krise sind nicht absehbar. Die aktuellen Zahlen lassen jedoch Schlimmes befürchten.


Die Autoindustrie befindet sich auf einer rasanten Talfahrt. Die Folgen der Corona-Krise sind nicht absehbar. Die aktuellen Zahlen lassen jedoch Schlimmes befürchten.

Nach einer exklusiven Berechnung des internationalen Marktbeobachters Berylls für die Zeitschrift auto motor und sport werden im März und im April 2020 in Europa 810.000 Autos weniger gebaut als geplant. 2019 wurden in Europa rund 15 Millionen Fahrzeuge produziert.

Aktuell haben der Analyse zufolge fast 100 Automobilwerke sowie zahllose Produktionsstätten der Zulieferer ihre Arbeit unterbrochen. Am stärksten betroffen ist Deutschland. Hier erwarten die Analysten ein Minus von 249.000 Fahrzeugen. Stark unter der Krise leiden zudem Spanien mit einem Minus von 140.000 Fahrzeugen, Frankreich (-90.000), Großbritannien (-54.600), Tschechien (-51.000) und Italien (-41.300).

Und was sagen die Experten? "Es ist klar, dass es zu Verlusten kommt, und es ist klar, dass diese Verluste nicht wieder aufzuholen sind", erklärt Prof. Stefan Bratzel, Chef des Center of Automotive Management, im Gespräch mit auto motor und sport. "Es kommt darauf an, wie gut die Corona-Schutzmaßnahmen greifen und wie diszipliniert sich der Einzelne an die neuen Regeln hält."

Im besten Fall sei der Höhepunkt der Infektionen in Deutschland Mitte April 2020 erreicht, dann würde die Einnahmen-Delle laut Bratzel etwa zehn Prozent betragen. Das bedeutet, dass allein die deutsche Automobilindustrie auf mehr als 40 Milliarden Euro Umsatz verzichten müsste.

Sollten die Neuinfektionszahlen erst Anfang bis Mitte Mai 2020 abflauen, würde es im Idealfall noch zwei bis drei Wochen dauern, bevor die Produktion wieder auf vollen Touren laufen kann. Dann könnten die Umsatzverluste leicht auf 20 Prozent steigen, so Bratzel. Das wären dann etwa 80 Milliarden Euro.

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