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Flughafen Frankfurt. Foto: Auto-Medienportal.Net/Fraport AG/Stefan Rebscher

Keine Höhenflüge mehr im Luftverkehr

Nach vielen Jahren des ungebremsten Wachstums im weltweiten Luftverkehr mit immer mehr Flügen, Passagieren und Flugverbindungen zeichnet sich derzeit eine Abkühlung der Entwicklung ab.

Nach vielen Jahren des ungebremsten Wachstums im weltweiten Luftverkehr mit immer mehr Flügen, Passagieren und Flugverbindungen zeichnet sich derzeit eine Abkühlung der Entwicklung ab. Die weltweiten Flugbewegungen im Passagierverkehr legten vergangenen Monat gegenüber dem Juni 2018 nur noch um 1,5 Prozent zu: von 3,3 Millionen auf knapp 3,4 Millionen. Dies zeigt der aktuelle Global Aviation Monitor (GAM) des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), der 3500 Flughäfen und 850 Fluggesellschaften weltweit erfasst. Für Deutschland zeigt die Studie mit 89 400 Starts im Juni sogar einen Rückgang des Flugverkehrs um 1,7 Prozent.

Mit mehr als einer Million Starts pro Monat ist Asien seit mehreren Jahren der weltweit größte Markt im globalen Luftverkehr. Rund 30 Prozent aller Flüge werden dort abgewickelt. Nach Jahren des starken Anstiegs wächst die Zahl der Flugbewegungen des aufstrebenden Kontinents gegenüber dem Vorjahr aber nur noch um zwei bis drei Prozent. Das wirkt sich enstprechend auf die globale Statistik aus.

Auf dem zweiten Platz folgt Nordamerika mit einem Gesamtanteil am weltweiten Luftverkehr von 27 Prozent. Schon seit einiger Zeit sind dort nur noch geringe Wachstumsraten zwischen zwei und drei Prozent zu beobachten. Europa liegt mit 832 000 Starts pro Monat und einem Anteil von 24,7 Prozent weltweit auf Platz drei. In den vergangenen beiden Jahren ist der europäische Markt von zunächst fünf Prozent Wachstum auf nur noch 1,2 Prozent abgerutscht: Rund 1,7 Prozent unter den 89,4 Tausend monatlichen Starts vom Juni 2018.

Für das dritte Quartal 2019 prognostiziert die DLR-Studie auf europäischer und globaler Ebene ein weiter verhaltenes Wachstum bei den Flugbewegungen zwischen einem und zwei Prozent. In Deutschland erwarten die Wissenschaftler eher eine weitere Stagnation. Einige größere Flughäfen in Deutschland entwickeln sich jedoch gegen den Trend: Im Juni haben die Flughäfen Düsseldorf und Stuttgart zwischen zwei und vier Prozent mehr Flüge abgewickelt als noch im Vorjahr. Dieser Anstieg geht vor allem auf den starken Ausbau der Angebote von Eurowings und Easyjet in Düsseldorf und von Laudamotion und Easyjet in Stuttgart zurück. Auch der Flughafen Köln-Bonn profitiert von der Offensive des britischen Low Cost Carriers Easyjet, musste jedoch auch Rückgänge beispielsweise bei Flybe hinnehmen.

Ein Negativtrend ist hingegen an einigen kleineren Flughäfen wie Weeze oder Frankfurt-Hahn festzustellen. Der Rückzug Ryanairs von den kleineren Standorten führt dort zu schrumpfenden Flugbewegungen. Größte deutsche Fluggesellschaft bleibt die Lufthansa, größter Airport der Frankfurter Flughafen.

Gemessen an der Anzahl der Flugbewegungen ist American Airlines mit mehr als 200 000 Starts im Juni die größte Fluggesellschaft der Welt, gefolgt von Delta Air Lines und United Airlines, die in der Vergangenheit alle durch Übernahmen anderer Gesellschaften stark gewachsen sind. Auf den Plätzen vier, fünf und acht folgen die Low-Cost-Gesellschaften Southwest Airlines, Ryanair und Easyjet. Dazwischen befinden sich auf den Rängen sechs und sieben die großen asiatischen Airlines China Eastern und China Southern. Mit IndiGo, Jetblue und Azul zählen weitere Low Cost Carrier aus den verschiedenen Kontinenten zu den 25 größten Fluggesellschaften der Welt. (ampnet/jri)

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