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mid Groß-Gerau - Das wird eng: Verkehrsteilnehmer sollten an Autobahnbaustellen besonders konzentriert fahren und auf Überholmanöver lieber verzichten. DEKRA

Bei Engpass Unfall-Gefahr

Verkehrsexperten warnen: An Autobahn-Baustellen mit verengter Fahrbahn ist das Unfall-Risiko besonders hoch. Darum müssen Verkehrsteilnehmer dort bestimmte Regeln strikt beachten.


Verkehrsexperten warnen: An Autobahn-Baustellen mit verengter Fahrbahn ist das Unfall-Risiko besonders hoch. Darum müssen Verkehrsteilnehmer dort bestimmte Regeln strikt beachten. In der Hauptreisezeit müssen sich Autofahrer ohnehin auf viele Baustellen auf den Autobahnen einstellen.

Nach einer Auswertung der Prüfgesellschaft Dekra gab es Mitte Juni 2019 im deutschen Autobahnnetz mehr als 630 Baustellen. Die Unfallsachverständigen empfehlen, in diesen Bereichen besonders konzentriert zu fahren und die Tempobeschränkungen einzuhalten. Denn das Unfall-Risiko liege dort deutlich höher als auf freier Strecke.

"An Autobahnbaustellen treffen viele Risikofaktoren aufeinander, das macht diese Bereiche so gefährlich", erklärt Unfallforscher Markus Egelhaaf. "Wir haben hier verengte Fahrstreifen und eine Flut an Reizen durch Warnschilder und Fahrbahnmarkierungen." Außerdem sei mit ungewohnten Verschwenkungen, unebenen Fahrbahnen, aber auch mit Schmutz oder starkem Staub zu rechnen.

Laut Dekra wurden Im Jahr 2017 bei Unfällen im Bereich von Autobahnbaustellen in Deutschland mehr als 2.700 Menschen verletzt, 17 kamen ums Leben. Eventuelle Folgeunfälle im Zulauf der Baustellen seien dabei nicht mitgerechnet. Häufig komme es auf den nur sehr schmalen Fahrstreifen zu seitlichen Streifkollisionen. Rollt der Verkehr auf allen Fahrstreifen mit ähnlicher Geschwindigkeit, sei es besser, auf Überholmanöver zu verzichten und im gleichen Tempo versetzt zu fahren.

Wer sich nicht sicher fühlt, bleibt am besten ganz auf dem breiteren rechten Streifen. Häufig gilt auf den linken Fahrstreifen im Baustellenbereich eine Breitenbegrenzung. Waren früher zwei Meter üblich, gibt es mittlerweile auch Begrenzungen auf beispielsweise 2,10 Meter oder 2,20 Meter. Trotzdem kann es bei modernen Fahrzeugen eng werden. Vor Reiseantritt nachzumessen lohnt sich: Heute überschreiten schon viele Kleinwagenmodelle die Zwei-Meter-Marke. Im Falle einer Kollision kann eine unzulässige Fahrstreifenbenutzung zu einer (höheren) Teilschuld führen.

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