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mid Groß-Gerau - Reisen auf großem Fuß: Das 7,79 Meter lange Wohnmobil Hymermobil B-Klasse SupremeLine 704. Mirko Stepan / mid
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SupremeLine von Hymer: Schöner Wohnen auf Reisen

Zwar ist sprichwörtlich Platz in der kleinsten Hütte. Doch je größer das Eigenheim, desto komfortabler ist es. Das gilt umso mehr, wenn man damit auf Reisen geht. Mit dem Hymermobil B-Klasse SupremeLine 704 mit 7,79 Meter Länge ist Platz kein Problem - außer beim Parken.


Zwar ist sprichwörtlich Platz in der kleinsten Hütte. Doch je größer das Eigenheim, desto komfortabler ist es. Das gilt umso mehr, wenn man damit auf Reisen geht. Mit dem Hymermobil B-Klasse SupremeLine 704 mit 7,79 Meter Länge ist Platz kein Problem - außer beim Parken.

Erstkontakt mit dem vollintegrierten Wohnmobil bei Hymer in Bad Waldsee. Zuvor nur bei der Recherche im Internet einige Bilder gesehen, jetzt steht ein Ausstellungsstück live und in voller Pracht vor mir, im Showroom der Allgäuer. Erster Gedanke: Wow, das Teil ist groß. Sicher, es gibt auch noch größere und teurere Prachtexemplare unter den rollenden Ferienappartements, aber für einen Gelegenheitscamper dürfte der Erstkontakt mit dem Hymermobil vergleichbar sein mit dem ersten Aufeinandertreffen von Danny DeVito und Arnold Schwarzenegger - die Älteren unter uns werden sich erinnern.

Das Wohnmobil wirkt trotz seiner nicht zu verbergenden Größe, auf die man als Fahrer bei jedem Stopp - sei es an der Tankstelle oder auf dem Campingplatz - angesprochen wird, erstaunlich elegant, was auch an dem grauen, nach hinten spitz zulaufenden Zierlinien liegen dürfte, die der B-Klasse obendrein einen Hauch Dynamik verleihen. Leicht zu unterscheiden von anderen Hymer-Modellen ist das Fahrzeug in der Heckansicht: Das Gfk-Heckteil ist neu gestaltet und links und rechts mit Sicken versehen, die die große weiße Fläche optisch unterteilen. Das sieht schick aus, hat aber einen Nachteil - ein Fahrradträger ist hier nicht mehr montierbar.

Wer also seine Drahtesel mitnehmen möchte, muss diese in die - riesige - Heckgarage packen. Deren Ladehöhe beträgt bis zu 1,23 Meter, sie hat ein Volumen von bis zu 3.800 Liter und darf bis zu 450 Kilogramm Gepäck aufnehmen. Weiterer Stauraum findet sich im 36 Zentimeter hohen und 70 Zentimeter breiten Multi-Doppelboden. Hier passen Surfbretter oder Ski problemlos rein. Dieser Zusatzstauraum ist dank des eigens für die SupremeLine entwickelten innovativen SLC-Chassis (Super-Leichtbau-Chassis) dazugewonnen worden. Weiteres Plus: Der Doppelboden ist isoliert und beheizt und schützt Staufächer und Tanks auch bei extremen Temperaturen vor Frost oder Hitze.

Für eine Bierzeltgarnitur fehlen im unteren Staufach zwar ein paar Zentimeter. Macht aber nichts, auf echten Campingmöbeln lässt sich sowieso bequemer die Zeit totschlagen. Damit dabei die Sonne nicht zu sehr auf das Camper-Haupt brennt, ist das Wohnmobil mit einer großflächigen Markise mit Stützen ausgestattet.

Und wenn das Wetter mal nicht mitspielt, lassen sich auch innen bestens die Tage verbringen. Platzangst bekommt im Hymer niemand. Kleines Manko: Was sich am Stellplatz angekommen als großzügig und durchdachte Lösung mit Eckbank und den beiden Drehsitzen vorne erweist, ist für die beiden Passagiere hinter Fahrer- und Beifahrersitz während der Fahrt etwas beengt. Denn im Fahrbetrieb wird die Sitzbank längs zur Seitenwand nach oben geklappt, was die Beinfreiheit des Passagiers hinter dem Fahrer zur Seite hin erheblich einschränkt und bei der Besetzung mit vier Erwachsenen tatsächlich auf Dauer und längeren Strecken unbequem ist.

Dafür ist alles andere in Sachen Raumnutzung und auch Materialanmutung bestens umgesetzt. Die Dusche im nach vorn und hinten abtrennbaren Raumbad trägt ebenso zum Wohlfühlen bei wie einige kleine Annehmlichkeiten, etwa der per Knopdruck vom Fahrersitz aus entleerbare Brauchwassertank. Und damit auf dem Campingplatz der Abfluss nicht verfehlt wird, zeigt eine Kamera an, wo es langgeht. Ebenso angenehm sind der große 160-Liter-Kühlschrank sowie der 32 Zoll-Flachbild-TV mit Satellitenempfang - die Schüssel justiert sich freilich vollautomatisch. Ohne eigenen Kraftaufwand lässt sich auch das vordere Hubbett (1,48 Meter breit) in Position bringen, hinten schlummern zwei Passagiere in zwei Meter langen Einzelbetten. In den Schlafbereichen wie auch im Wohnraum lässt sich mit zahlreichen LED-Leuchten für angenehme Atmosphäre sorgen.

Einzig das Fiat-Interieur des Cockpits passt mit seiner ungehobelten Kunststoffanmutung nicht zur Eleganz des Hymermobils. Und auch die Multimediaeinheit ist etwas gewöhnungsbedürftig, vor allem die Navigationseinstellungen benötigen mehr Übungsminuten, als man es inzwischen von den meisten Systemen gewohnt ist, die in modernen Pkw zu finden sind. Wer sich aber einmal ausgiebig mit dem Handbuch mit dem System befasst hat, wird schnell die Funktionsweise durchblicken.

Gute Noten gibt's für den Fiat-Motor. Der Diesel mit 150 PS bietet ausreichend Durchzug, um mit dem immerhin 4,5-Tonnen-Wohnmobil ordentlich voranzukommen, ohne dass ein Überholmanöver mit einem Lkw zum Elefantenrennen wird. Ausreichend freie Bahn sollte dennoch vorhanden sein, ein Sprintspezialist ist das Hymermobil freilich nicht. Gemütlichkeit und Entschleunigung, darum geht es beim Wohnmobilreisen, und Hymer hat das mit der neuen Hymermobil B-Klasse SupremeLine perfektioniert.

Auch fahrwerksseitig zeigt sich das Reisemobil sehr ausgewogen und weist eine gute Straßenlage auf. Sogar eine Stauumfahrung über sehr kurvige Landstraßen, die jedem Sportwagenfahrer ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hätten, wird mit dem Wohnmobil nicht zu Kraftakt. Hier hat Hymer ganze Arbeit geleistet und sein Reisemobil bestens für den Alltagseinsatz abseits deutscher oder internationaler Autobahnen gerüstet.

Und auch das Thema Sicherheit kommt nicht zu kurz. An Bord sind Tagfahrlicht, Airbags auf Fahrer- und Beifahrerseite, das Antiblockiersystem ABS, das elektronische Stabilitätsprogramm ESP und die Antriebsschlupfregelung ASR - bei weitem kein Standard bei Wohnmobilen.

Freiheitsliebenden und ungebundenen Campern ist empfohlen, dass Autarkie Paket Lithium mit Smart-Battery-System mit Lithium-Ionen-Akkupack, der die beiden serienmäßigen Bleibatterien ergänzt, gegen 4.390 Euro Aufpreis zu ordern. Das sorgt je nach Nutzung dafür, dass man sich bis zu neun Tage autark mit Strom versorgen kann. So lässt es sich die schönsten Tage im Jahr auch problemlos an den schönsten Orten abseits befestigter Campingplätze verbringen. Viel mehr Entschleunigung geht nicht. Grundpreis für das Hymermobil B-Klasse SupremeLine 704: 96.990 Euro. Der lässt sich allerdings problemlos steigern. Beim Testfahrzeug lag der Preis mit allerlei Zubehör bei rund 120.000 Euro.

Mirko Stepan / mid

Technische Daten Hymermobil B-Klasse SupremeLine 704:

Vollintegriertes Reisemobil auf Fiat Ducato Maxi-Basis, Länge/Breite/Höhe/Radstand in Zentimeter: 779/235/296/440, Stehhöhe Wohnbereich: 1,98 m, Leergewicht: 3.390 kg, zul. Gesamtgewicht: 4.500 kg, zul. Anhängelast gebremst: 1.500 kg, zul. Personenzahl und Schlafplätze: 4+1, Kühlschrankvolumen: 160 l, Frischwassertank: 180 l (20 l während der Fahrt), Abwassertank: 150 l, Gasvorrat: 2x11 kg, Preis: ab 96.990 Euro.

Antrieb: 2,3-Liter-Turbodiesel, Leistung: 110 kW/150 PS bei 3.600 U/min, max. Drehmoment: 380 Nm bei 1.500 U/min, manuelles 6-Gang-Getriebe, Testverbrauch: 11,0 l/100 km.

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