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mid Groß-Gerau - Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: Mit ein paar Überprüfungen lassen sich Manipulationen des Tachos entdecken. wak_kkk / pixabay.com

So werden Tacho-Manipulationen enttarnt

Bei rund 30 Prozent der Gebrauchtwagen, die in Deutschland jährlich den Besitzer wechseln, wurde der Kilometerstand manipuliert. Das geht aus Schätzungen der Polizei hervor. Doch ein geschönter Tacho lässt sich enttarnen.


Bei rund 30 Prozent der Gebrauchtwagen, die in Deutschland jährlich den Besitzer wechseln, wurde der Kilometerstand manipuliert. Das geht aus Schätzungen der Polizei hervor. Doch ein geschönter Tacho lässt sich enttarnen. So wissen Experten des Versicherers ARAG, worauf Käufer beim Erwerb eines Gebrauchten achten sollten.

Leider ist das Tacho-Frisieren nicht sehr schwierig. Zu Großvaters Zeiten benötigte man noch eine Bohrmaschine, um die Kilometerwalze des Tachometers zurückzudrehen. Die analoge Walze hat aber längst digitaler Technik Platz gemacht. Darum haben auch die Trickser aufgerüstet. Mit Spezial-Software kann der Kilometerstand an fast jedem Fahrzeugtyp beliebig verstellt werden. Das ist zwar seit 2005 in jedweder Art und Weise verboten; aber man muss den Betrug erst einmal bemerken und beweisen.

Doch der Käufer ist nicht hilflos. Ratsam ist es, das Fahrzeug gründlich in Augenschein zu nehmen. Abgefahrene Reifen, ein abgegriffenes Lenkrad und zerschlissene Sitze passen nicht zu einem niedrigen Kilometerstand. Auch eine genaue Überprüfung des Service-Scheckhefts kann hilfreich sein. Aber Vorsicht: Gewitzte Betrüger kaufen ein Blanko-Scheckheft und lassen sich Stempel anfertigen. Zur Kontrolle sollte man daher obendrein bei der zuständigen Werkstatt nachfragen.

Werkstätten notieren auf dem Service-Zettel das Datum des letzten Ölwechsels und die Laufleistung. Zeigt der Tacho eine niedrigere Zahl an als der Service-Zettel, ist ganz bestimmt etwas faul. Ist der Verkäufer nicht der Vorbesitzer, sondern ein Händler? Dann sollte man unbedingt den Vorbesitzer anrufen - der steht im Fahrzeugbrief. Der Vorbesitzer kann die Laufleistung nennen, mit der er den Wagen abgegeben hat.

Wer auf Nummer Sicher gehen will, sollte den Gebrauchtwagen beim Fachmann auf Herz und Nieren prüfen zu lassen - TÜV und Dekra bieten einen solchen Dienst für 50 bis 100 Euro an. Für spätere Ansprüche sollte man sich beim Kaufvertrag nicht mit Angaben wie "Kilometerstand laut Tacho" oder "Kilometerstand abgelesen" zufrieden geben. Sinnvoll ist es, auf die Formulierung "tatsächliche Laufleistung" im Kaufvertrag zu bestehen.

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