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Autos brauchen Gesichter, findet Castillo Foto: VW

Drei Fragen an VW-Designer Einar Castillo - Details werden immer wichtiger

Im Team von VW-Chefdesigner Klaus Bischoff kümmert sich Einar Castillo um das Exterieur - und bekommt durch die Elektrifizierung ganz neue Möglichkeiten, aber auch neue Herausforderungen.

Bis jetzt wurde das Auto um den Verbrenner herum gebaut, wie wird es nach Wegfall des klassischen Motors in Zukunft seine Form verändern?

Einar Castillo: Der Wegfall des Verbrenners wird alles verändern, jetzt können wir die Räder ganz nach außen schieben und gewinnen so sehr viel Platz im Innenraum. Beim Exterieur-Design profitieren wir auch davon, allerdings brauchen wir zukünftig beispielsweise auch größere Räder, die dem Auto einen kräftigeren Stand verleihen. Sonst wirkt es verloren.

Große Scheinwerfer, Kühlergrill, Lufteinlässe, Außenspiegel - diese Elemente werden immer kleiner oder könnten ganz verschwinden. Sind solche Details trotzdem weiterhin wichtig?

EC: Diese Details sind wichtig, schließlich geben sie dem Auto eine Identität. Es gibt viele Skizzen mit Autos ohne sichtbare Scheinwerfer, aber ich glaube nicht dass das bei den Kunden ankommt. Man braucht ein Gesicht, um eine Marke zu erkennen. Natürlich werden die Elemente kleiner, aber die grafischen Elemente werden immer wichtig bleiben oder sogar wichtiger werden, weil die Autos im Summe immer ähnlicher werden.

Zu jedem Auto haben Marketingstrategen ein klares Bild vom Käufer, beispielsweise der 40jährige Single mit Hund und Pferd, der ein kleines Auto mit robuster Ausstattung und hoher Zugkraft braucht. Ändern sich diese Bilder in Zukunft?

EC:  Ich glaube, jetzt ändert sich alles, und wir müssen darauf reagieren. Früher wurden Autos mehr oder weniger für einen konkreten Einsatzzweck gebaut, heute ist es Teil des Lebensraumes, in dem viel Zeit verbracht wird. Da muss das Auto eine Vielzahl von Anforderungen erfüllen.

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